Freitag, 26. März 2010

Freitags-Tool im Dunklen

Sie kennen wahrscheinlich die Geschichte, in der ein Volltrunkener nachts unter einer Laterne herumkriecht. Ein Polizist kommt von rechts:
Suchen Sie was?
Yep!
Was denn?
Schlüssel!
Der Polizist sucht mit. Nach fünf Minuten:
Wissen sie nicht besser, wo Sie Ihre Schlüssel verloren haben?
Doch!
Ja, also. Wo?
Dort hinten.
Dorthinten? Und warum suchen Sie dann hier?
Weil hier Licht ist.

Wenn man (Sie und ich, beispielsweise) feststeckt, auf keine neue Idee kommt, nur noch wiederholt, alles schon kennt und kann und überhaupt ziemlich starr und staubig wurde:
Im Dunklen suchen. Im Unerlaubten. Im Verschämten. Im Riskannten. Im Unbekannten.

Kommentare:

  1. Heute westfälischer Landregen in Münster, Osterferienstimmung. Die halbe Stadt ist ausgeflogen. Dafür kommen über Ostern Touris von anderwärts rein und staunen über die friedliche, kleine Stadt mit vielerlei Schnurren, die es sonst wo nicht gibt.

    Eine dieser Schnurren hätte wir diese Woche fast an die Wand gefahren im Wandel. Das war am Mittwoch, da schien herrliche Frühlingssonne zum Fenster rein. Punkt 12 Uhr schalteten wir den neuen na dann... Server mit neuen nadann... Seiten für die öffentliche Benutzung frei und lösten damit vor einigen hundert Bildschirmen ungeduldiges Warten und hecktisches neu laden aus. Das machte die Situation nicht besser, denn jede neue Lieferanfrage löste eine weitere Neuberechnung der Seiten aus. Da waren die beiden Endzwanziger überrascht, auf einer kleinen website echten trafic zu sehen. Leider keine Lieferung an Niemanden, also wieder das Baustellenschild raus.

    10 nach 12 hätte man das Experiment abbrechen und für gescheitert erklären können. Haben wir aber nicht. Es fiel der Entschluss, im Fahren die Pferde zu wechseln, genauer gesagt, an diesem Mittwoch Nachmittag dem ganzen Projekt eine andere Datenbank zu unterlegen. Während man Draussen kaum glauben konnte, nicht auf Knopfdruck das Gewohnte zu sehen, machten wir uns drinnen an die Arbeit. Ich machte den Daten-rüber-Schaufler die beiden Jungens suchten in einigen zigtausend Codezeilen nach den Sequenzen, die umgeschrieben werden mussten und Uli hielt bei den Veränderungen das LayOut im Zaum. 12 Stunden später war die Seite mit neuer Engine online. Schön und schnell. Das haben nicht nur wir so gesehen.

    Am Donnerstag morgen war nicht mehr die Ausgabe, dafür die Dateneingabe das Problem. Und dieses Problem wurden im Viertelstundentakt mehr und mehr existentiell, denn es gibt Heftteile, für die es nur eine online Eingabe Infrastruktur gibt. Daran haben wir über Jahre einige tausend Kunden gewöhnt und mit Zugängen ausgestattet, die auf einmal keine Zugänge mehr waren. Die Kundinnen und Kunden waren ausgesperrt. Der Strom der per Mail und telefonisch gemeldeten Probleme begann die kleine Organisation mitzureißen und aufzulösen.

    Um 11 habe ich zum Telefon gegriffen und die verwegene Flucht aus der Admin-Klammer für gescheitert erklärt. Wir waren in einer Nacht- und Nebelaktion geflohen. Jetzt ging ich vor mit der Frage: können wir zurück? Die Antwort war YES und das es was kosten wird. Die Flucht nicht abzubrechen hätte mehr gekostet :)!

    Bei alledem habe ich schöne Seiten gesehen und das Gefühl erlebt, aus dem Stillstand raus zu kommen, wenn man den Ausbruch wirklich wagt. Dabei habe ich kurz in den Abgrund geschaut, ok. Aber an dessen Rand spielen wir sowieso jeden Tag unser Spiel.

    Auch wenn wir heute das gewohnte Bild im Netz zeigen, so ist des doch eine grundsätzlich andere Situation.

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  2. http://212.101.201.62/ ich sehe gerade, dass die Jungens am Fluchtwagen arbeiten, also ein Blick darauf möglich ist.

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