Montag, 25. Januar 2010

Qualität ist Qualität ist was?

Brigitte Baetz schreibt in deutschlabdradio de über "Qualität im Sinkflug", meint den Jounalismus und erwähnt als ein Beispiel Lindsey Hoshaw, 27, Reporterin. Deren Geschichte über Müllberge im Meer druckte im November vergangenen Jahres die New York Times. Die Recherche dauerte einen Monat. Die wurde aber nicht von der NYT bezahlt, sondern von allerlei Bürgern. In dem Journalismusportal spot.us bat Lindsey zusätzlich um Spenden.
Kein sofawarmes Leben, aber grossartige Aussichten. Fast alle Verlage strippen ihre Redaktionen zur journalistischen Bulimie. Fast alle Komunen machen dasselbe mit ihren kulturellen Institutionen. Und die Eriehungs- und Ausbildungs-Institutionen? Dito.
Der Wandel am Beispiel-Modell Lindsay, einen Millimeter weiter getrieben:
Die Freunde des von der Nachricht getrennten Kommentars laden ein zum jährlichen Fundraising. Der Qualitäts-Zuschlag für Leute, die im Flieger eine richtig gute Zeitung lesen wollen. Die Mäzene der erstklassigen Blogs. Die tägliche Spende für Dein Ballett. Der Pastor / Pfarrer und sein Klingelbeutelportal. Das 300-Euro-Ticket für die absolut beste Shakespeare-Inszenierung des Jahres.
So völlig überraschend ist das ja nicht. Shakespeares Uraufführungen gab es im Hinterhof der Kneipe. In den grössten Teilen der Welt wird keine Steuer für eine Kirche durch den Staat einkassiert.
Was würden Sie denn lieber lesen, wenn überhaupt: eine ausgedünnte Tageszeitung, Praktikanten-Kauderwelsch und Resignationsgeklimper auf der Rückseite von Inseraten für kleines Geld - oder einmal in der Woche oder im Monat die verdammt beste Zeitung der Welt für richtiges Geld?

Kommentare:

  1. Resignationsgeklimper trifft Zukunftsmusik. Dabei fällt mir noch einer zum Fluss ein: keiner steigt zweimal in deselben, weil er seinen nie verläßt.

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  2. und den Wandel schon um nur einen halben Millimeter weiter: Zeitungsleser in steigender Zahl, die eine schlechte Zeitung als solche erkennen und eine richtig gute wollen; immer mehr TV-Sendungs-Aufnehmende-und-Verwertende, die die Quoten in die gegenüberliegende Ecke treiben und ein neues Programm erzwingen und gesteigertes Bewusstsein dazu, seine Kinder nicht ungefragt zu künftigen Kirchensteuerzahlern zu machen, damit sie sich später - wenn überhaupt - aus sich heraus für eine Religion/Kirche entscheiden und diese unterstützen... upps, dieser Wandel läuft ja schon, ein wenig zwar - aber immer mehr; arme Kirche!

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  3. So im Fluss hockend bleibt immer noch die Entscheidung zu a) festkrallen? b)mitschwimmen zum Meer? c) aufwärts zur Quelle?

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