Freitag, 5. Februar 2010

3 lebenstüchtige Fragen im Wandel

Vorhin, skypend, riet mir ein Mann, der viel, viel erfahrener im bloggen ist als ich:
Einmal in der Woche wünsch ich mir Tools, Tipps, Machbares, Know How, Knowledge.
Also:
Angenommen, etwas Neues kommt auf Sie zu oder Sie bewegen sich auf dieses Andere hin, egal, 3 Fragen sind verräterisch einfach; die Antworten nicht immer.
1.
Bin ich dagegen, lehne ich das ab etc.?
2.
Bin ich dafür? Mag ich das etc.?
3.
Was daran ist neutral, weder ja noch nein, weder angenehm noch unangenehm, weder vertraut noch fremd etc?
Ja, wir sind neugierige Abenteurer. Und ja, wir sind abgebrühte Wiederholics. Nochmals ja: Das wirklich Fruchtbare ist das Neutrale, das weder Plus, noch Minus. Das entdecken meistens nur die wenigen Noch-etwas-Unangepassten.
Untersuchungen zeigen immer wieder: Fast 80% sind dagegen, 10% sind dafür, 10 % drehen sich auf dem Sofa um.
Taufen wir das die 3 Nicht-Auf-Dem-Sofa-Umdreh-Fragen.
PS:
Dabei fällt mir Howard Gossage ein, das einzige wirkliche Genie der Werbung. Der Angepasste, sagte er, sieht eine Koppel mit 97 Pferden und 3 Zebras, genau durchgezählt. Der schöpferische Mensch fragt sich, was er mit all den Nicht-Zebras anstellen könnte.

Kommentare:

  1. Ja, die Fragen sind gut, aber was ist mit den Antworten? Geht es beim Wandel ans Eingemachte, wird man als geübter (selbst)Beobachter schnell feststellen, dass die Antworten mehrfach schneller kommen als die Fragen.
    Gutes Beispiel ist dieser Plot: Lebensabschnittsgefährt(e)in kommt nach Hause und sagt: "Heute Nacht hab' ich mit einer/nem Anderen gepennt." Der Wandel pur. In der akademischen Schreibstube ist man nur zu gern die Nr.3 --- tatsächlich tobt in der Wohnstube in einem aber die eigene Chemie!!!
    Sehr lustig, wo ich gerade nicht betroffen bin.

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  2. Sicher einer der Gründe warum es nach wie vor so viele Akademiker gibt.

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  3. Ja, als noch in Afrika in der Savanne Sozialisierter halte ich bei dem Beispiel kurz die Finger von den Tasten.
    Mir fällt jetzt grade auf irgendeiner Spritztour durch mein Kannibalengehirn Rilke ein: Töten ist eine Gestalt unseres wandernden Trauerns.

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  4. Im Grunde meines Herzens bin ich Maschinist und aus diesem Blickwinkel eher Mechaniker als Dialektiker. Mich interessiert: wie funktioniert denn das, z.B. mit dem Wandeln. Dabei sehe ich: Widerholics und neugierige Abenteurer haben starke Verbündete im eigenen System. Die arbeiten nicht mit Argumenten, sondern mit allem, was so ein Körper in Bruchteilen von Sekunden ausschütten kann. Angepasste und Unangepasste trifft es im Ernstfall gleichermaßen. Ein schneller Schritt ins Neutrale gelingt da am ehesten, wo man ihn beharrlich übt.

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