Sonntag, 16. Mai 2010

zwei Regierungen

Das neueste Gezeter über das, was ein gwisser Herr Ackermann von sich gab, verdeckt den eigentlichen Wandel:
Es gibt eine einigermassen demokratisch gewählte Regierung. Und es gibt längst eine globale Regierung der Geldverleiher. Die erste Regierung ist nahezu machtlos, wenn es um die weltweite Finanzwirtschaft geht. Die Zweite Regierung beherrscht diesen Markt. Und mit diesem Markt weitesgehendst die Wirtschaft. Und die Politik. Und manchmal platzt es halt raus aus so einem, der meint, er herrsche und damit Recht hat - aber das eigentlich nicht zeigen sollte und doch so ganz gewiss ist, gewiss bis zur Unfähigkeit, sich an die Manieren der Unauffälligkeit zu halten, dem Geschäft zuliebe. Noch sollte so einer nicht so unverblümt plaudern. Noch nicht.
PS: Dergleichen Grossfürsten des Geldes können nicht abgewählt werden, richtig. Etwas anderes lässt sich noch wählen: Mit welchen Banken man Geschäfte macht.

Kommentare:

  1. Wenn Herr Ackermann gewollt hätte, hätte er von seiner Übersicht aus auch mitteilen können, dass die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Staatsschulden wahrscheinlich nicht zurück zahlen werden. Am Tag darauf hätte über ein mögliches Problem mit der griechischen Verschuldung niemand mehr gesprochen. Auch bei den Grossfürsten des Geldes gibt es große und größere und für die ganz große Wahrheit ist der Deutschbanker eine Nummer zu klein. Also spricht er über Griechenland. Tatsächlich sind wir frei, uns nicht (aus der Ferne) mit den grichischen Kleinigkeiten aufzuhalten. Wir dürfen das beispiellose Schauspiel eines Zusammenbruchs der alten Finanzordnung, in der Herr Ackermann ein kleiner Grossfürst ist, denken. Ganz bildlich habe ich noch den Einsturz der Doppeltürme des World Trade Centers an einem Dienstag Nachmittag vor Augen. Kein Mensch hat das für möglich gehalten. Übrig blieb ein großer Haufen Schutt. Keine Ahnung, wie so ein eingestürztes Welt Finanz System aussieht. Am Tag danach ist jedenfalls Improvisieren eine ganz große Kunst. Da könnten Griechen Anderen gegenüber im Vorteil sein, weil sie sich genau in dieser Kunst stetig üben.

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  2. "Victoryman" Ackermann und die Bank mit der man vielleicht keine Geschäfte machen sollte - kennt ihr http://www.banking-on-green.com (wowwowwow! - welchem Zyniker ist das eingefallen?)? Dort heben sie ihr Engagement für soziale und ökologische Verantwortung hervor. Unlängst habe ich einen Bericht über die Geschäfte, die diese Bank u.a. mit Vedanta in Indien macht gesehen... mir wurde dann kurz übel.
    Ein anderer Aspekt zu diesem Kerl und seiner Firma aber irgendwie auch passend.

    Zu den Zwillingstürmen: wenn ich daran denke, wofür diese Katastrophe u.a. als Anlass dienen musste - wer würde wohl beim Einsturz des bisherigen Weltfinanzsystems auf dessen Trümmern den heiligen Krieg gegen die werweißwen (vielleicht die korrupten Griechen?) ausrufen? Wetten, dass aus dem Hintergrund Ackermann hervorlugt und grinsend siegesgewiss, mutmachend, Zeige- und Mittelfinger spreizt?

    Arno: der Gedanke, dass Zeiten kommen, wo genau die Fähigkeiten über die man aktuell abfällig lästert, als überlebens-gewichtig gelten werden, hat was :)

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  3. Mamma Evolution wird ihre Ferude haben.
    Ja, Kleinfürsten: Fast das Widerwärtigste ist dieses elende Mittelmass. Wie beige Halbsocken über Fusspilz, aber draussenrum der Z 7.
    Die neue Ordnung, ein wenig davon, war gestern mit den Bildern aus Teheran zu sehen: Grosse Freude verschiedener Herrschaften aus der Türkei, Brasilien, Iran darüber, jetzt so und so Uran anzureichern.
    PS:
    Die Flüge Athen - Zürich sind besonders früh ausgebucht - von Menschen, die pralles Gepäck mit sich führen.

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