Mittwoch, 26. Mai 2010

Vodoo der Statistiken

"Die Wirtschaft erholt sich überraschend schnell", erstaunt sich die OECD, inklusive Statistiken.
Für all unser Zittern, unser Hoffen, unser Irgendwasmeinen werden wir mit Statistiken gefüttert. Mir geht es hier nicht um den Jux, der Winston Churchill zugeschrieben wird: "Ich glaube nur Statistiken, die ich selbst gefälscht haben", nicht darum, sondern um Folgendes:
1. Was immer auch gerade Trend ist, hochgeblasen oder sonstwie manipulieret wird, das wird in Hastdunichtgesehen von einem Schwall von Statistiken getragen.
2. Was als richtig propagiert wird, dito. Und natürlich das Gegenteil auch.
3. Viele Leute bekommen andauernd Geld für Unfug, der als rationales Wahrheit dargestellt wird.
Alles wie immer oder doch wie seit langem.
Aber das Erstaunlichste ist die Statiskik selbst: Einige Zahlen und andere Daten werden mit dem Wachs methodischen Zaubers zusammengeknetet, ein flotter Titel ziert das Ganze, blutrot leuchten ganz, ganz gefährliche Details oder hoffnungsgrün romantische Dekorationen - und wenn Sie jetzt die lange Nadel der Massenkommunikation hineinstossen, wird bald etwas verderben: ein Mensch, ein Staat, eine Idee ... egal.
PS: Den besonders rührigen Puppenspielern sollten wir eine Reise nach Haiti spendieren, zu den Erfindern von dergleichen Magie.

Kommentare:

  1. Statistiken sind Big Business, bedenkt man, dass die globale Finanzwirtschaft ca. 70 Mal größer ist als die gigantische globale Realwirtschaft. Einträgliche Magie made in NY.

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  2. Ja.
    Seltsamerweise sind die Universitäten noch voll von Lehrern, welche die nächste Generation mit der Behauptung verdummen, Wirtschaft sei absolut real und nahzu gänzlich kognitiv.
    Wäre das Glaskugel-Geschäft gross genug, sie würden auch das als rational legitimieren.

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