Montag, 30. August 2010

Narren & Nichtdemokraten

Ich hörte heute in Deutschland Radio Kultur ein Interview mit einer Soziologin. Die heisst Necla Kelek, eine Deutsche, die als Türkin geboren wurde.
Sie hatte am Morgen das Buch von jenem Herrn Sarrazin vorgestellt. Die Interviewerin versuchte ihr zu suggerieren, dass Sarrazin nichts als übel sei. Fand Frau Kelek aber gar nicht. Sie bestand darauf, sich mit den Äusserungen des S. genau auseinanderzusetzen. Und, unglaublich, sie meinte, dass einige der Punkte des S. durchaus richtig wären. Und man solle doch ein Buch von 460 Seiten erst beurteilen, wenn man es gelesen habe.
Sie wird nie Kanzlerin. Die Frau M., die Kanzlerin ist, liess nämlich ihren Pressesprecher los, der von der Bundesbank forderte, S. endlich - na, Sie wissen schon.
PS: Wie finden Sie diese Demokratie? Die Meinungsfreiheit? Nach der müssten Narren doch reden dürfen; nicht nur, wenn sie irgendwie gewählt wurden?

Kommentare:

  1. Ist das nicht jener Pressesprecher, von dem die M. behauptet, das Großartige an ihm ist, dass man ihm sofort ansieht, wenn er etwas nicht gleich versteht...? Würde ja irgendwie auch dazu passen......zu dem Spiel und den Spielchen, meine ich (hieß die Chefin von 007 nicht auch "M"?).

    Wie war das noch mit der Demokratie? Der ehemalige Griechische Heilige Otto Rehhagel wird ab und an damit zitiert: "Alle dürfen bei mir sagen, was sie wollen, solange es meine Meinung ist" und damit sind wir auch wieder dort - "Demokratie" ist halt auch ein Spiel und hat eine Menge Regeln - auch solche, die wir gar nicht kennen, durchschauen etc.. Und wenn man ins Spiel einsteigt, wie bei Mensch ärgere Dich nicht (z.B.), ist man halt nicht nur fröhlich oder sonst wie hüpfend unterwegs - da kommen auch ein paar daher und schmeissen dich von der Fläche, wenn´s denen nützt.

    Natürlich hat der Herr S. gesagt, was ihm wichtig und richtig erscheint und wenn´s auch gar nicht politisch gemeint war (naja...), er ist halt auf dem Spielbrett. Vielleicht hat er durchaus Richtiges und Interessantes geschrieben aber einiges darunter klingt auch nicht so gut und das Spiel, in das er reingeraten ist, heißt nun in etwa "Frau M. will mächtig bleiben und dazu braucht sie ganz viel Zustimmung und deshalb muss sie "gut" sein und um sich gut darstellen zu können, braucht´s die "bösen" und....".
    Ein bisserl wie damals vor vielen Jahren im Kasperltheater, in dem das Volk den guten Kasperl dazu aufrief, das böse Krokodil prügelnd aus der Kulisse zu entfernen, damit die Luft wieder sauber ist... - wer hat uns den damals gesagt, dass die Krokodile immer Böses wollen? ;)

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  2. Am Thema Sarrazin kann man wunderbar erkennen, auf welchem Tiefpunkt die Diskussionskultur in D angelangt ist. Die meisten üben sich in Aufregung und würden Herrn S. am liebsten des Landes verweisen. Die anderen bejubeln alles, was er von sich gibt.

    Kaum einer macht sich die Mühe, Fakten von Fiktionen zu untscheiden. Das, was ich bisher mitbekommen habe in Artikeln und Talkshows, war einfach nur grauenhaft. Jeder fischt sich nur das raus, was seine Vorurteile nährt oder die der Gegenseite zu widerlegen scheint.

    Wer nicht ganz blind ist, müsste doch folgendes erkennen: Erstens ist Integration in D alles andere als gut gelaufen. Zu lange haben wir nur Arbeiter angelockt und die Menschen mit ihren Familien vergessen. Zweitens gibt es offensichtlich erhebliche Problemviertel. Und wenn nicht dringend Veränderungen geschehen, werden die Probleme immer größer.

    Jetzt können wir ja trefflich über die besten Wege streiten - ganz im demokratischen Sinn. Denkverbote und Tabus helfen da nicht weiter. Auch kein Parteiausschluss von Herrn S.

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