Ich hörte heute in Deutschland Radio Kultur ein Interview mit einer Soziologin. Die heisst Necla Kelek, eine Deutsche, die als Türkin geboren wurde.
Sie hatte am Morgen das Buch von jenem Herrn Sarrazin vorgestellt. Die Interviewerin versuchte ihr zu suggerieren, dass Sarrazin nichts als übel sei. Fand Frau Kelek aber gar nicht. Sie bestand darauf, sich mit den Äusserungen des S. genau auseinanderzusetzen. Und, unglaublich, sie meinte, dass einige der Punkte des S. durchaus richtig wären. Und man solle doch ein Buch von 460 Seiten erst beurteilen, wenn man es gelesen habe.
Sie wird nie Kanzlerin. Die Frau M., die Kanzlerin ist, liess nämlich ihren Pressesprecher los, der von der Bundesbank forderte, S. endlich - na, Sie wissen schon.
PS: Wie finden Sie diese Demokratie? Die Meinungsfreiheit? Nach der müssten Narren doch reden dürfen; nicht nur, wenn sie irgendwie gewählt wurden?
Montag, 30. August 2010
Donnerstag, 26. August 2010
Mittwoch, 25. August 2010
China : Deutschland
Das Thema wird ja eben jetzt breit- hoch- und quergetreten.
Die Europäische Kommission bietet Ihnen, mir, uns, zwei Zahlen an, damit wir selbst nachdenken können:
56% aller Deutschen möchten lieber angestellt statt selbständig sein.
71% der Chinesen möchten lieber selbständig statt angestellt sein.
PS des Dudens:
selbst|stän|dig, selbständig [zu frühnhd. selbstand = Person, spätmhd. selbstēnde = für sich bestehend]: a) unabhängig ...
"Angestellte."
Wichtige und reichgegliederte soziale Klasse mittelständischer Natur, die sich sowohl mit der Entwicklung des modernen Staates wie der Wirtschaft außerordentlich vermehrt hat.
Die Europäische Kommission bietet Ihnen, mir, uns, zwei Zahlen an, damit wir selbst nachdenken können:
56% aller Deutschen möchten lieber angestellt statt selbständig sein.
71% der Chinesen möchten lieber selbständig statt angestellt sein.
PS des Dudens:
selbst|stän|dig, selbständig
"Angestellte."
Wichtige und reichgegliederte soziale Klasse mittelständischer Natur, die sich sowohl mit der Entwicklung des modernen Staates wie der Wirtschaft außerordentlich vermehrt hat.
Dienstag, 24. August 2010
Kolonisatoren
Christian Stöcker sorgt sich (siehe "CARTA") darum, dass Kolonialmächte die Datenwolke beherrschen:
"Plattform für Monopolisten
Das Internet hat sich, für viele überraschend, als eine Struktur entpuppt, die monopolistische Tendenzen hervorbringt. Obwohl es als freie, offene Plattform eigentlich den Wettbewerb befördern sollte, sieht die Realität anders aus. Bis heute hat das Netz einen dominanten Online-Händler hervorgebracht: Amazon. Ein dominantes Online-Auktionshaus: Ebay. Einen dominanten Online-Medienmarktplatz: Apples iTunes. Eine dominante Suchmaschine: Google. Eine dominante Seite für Online-Videos: Googles Tochter YouTube. Und ein dominantes Social Network: Facebook. Aus dem Rahmen fällt einzig das dominante Online-Nachschlagewerk – denn Wikipedia ist kein Produkt eines Konzerns, sondern das erstaunlich erfolgreiche Gemeinschaftsprojekt vieler freiwilliger Helfer."
Ist so. Aber wie lange? Überprüfen Sie Ihre eigene Erfahrung: Was hat Ihre Aktivität im Netz vor zwei, drei Jahren bestimmt? Kolonisiert? Wo verdämmern frühere Aspekte von Ihnen? Wieviel Versuche sind mit den Versuchern untergegangen?
Die Kolonialmächte der letzten Jahrhunderte haben deswegen so tiefe Spuren in die Geschichte der Menschheit geschrieben, weil sie das ohne jede Skrupel und sehr lange tun konnten. (Deshalb die geometrischen Grenzen in Afrika, an denen entlang sich die Menschen verbluten. Deshalb die täglichen Toten auf Shri Lanka. Und so weiter.)
Die nächsten, die gegenwärtiger, hungriger und risikofreundlicher sind als Apple, Facebook, Ebay etc. werden uns alles mögliche anbieten. Unter anderem die Frage: Wer war noch mal dieser bebrillte Typ in Jeans, der immer so weisse Dinger anpries?
PS: Wer hat Sie bisher gegen Ihren Willen kolonisiert?
"Plattform für Monopolisten
Das Internet hat sich, für viele überraschend, als eine Struktur entpuppt, die monopolistische Tendenzen hervorbringt. Obwohl es als freie, offene Plattform eigentlich den Wettbewerb befördern sollte, sieht die Realität anders aus. Bis heute hat das Netz einen dominanten Online-Händler hervorgebracht: Amazon. Ein dominantes Online-Auktionshaus: Ebay. Einen dominanten Online-Medienmarktplatz: Apples iTunes. Eine dominante Suchmaschine: Google. Eine dominante Seite für Online-Videos: Googles Tochter YouTube. Und ein dominantes Social Network: Facebook. Aus dem Rahmen fällt einzig das dominante Online-Nachschlagewerk – denn Wikipedia ist kein Produkt eines Konzerns, sondern das erstaunlich erfolgreiche Gemeinschaftsprojekt vieler freiwilliger Helfer."
Ist so. Aber wie lange? Überprüfen Sie Ihre eigene Erfahrung: Was hat Ihre Aktivität im Netz vor zwei, drei Jahren bestimmt? Kolonisiert? Wo verdämmern frühere Aspekte von Ihnen? Wieviel Versuche sind mit den Versuchern untergegangen?
Die Kolonialmächte der letzten Jahrhunderte haben deswegen so tiefe Spuren in die Geschichte der Menschheit geschrieben, weil sie das ohne jede Skrupel und sehr lange tun konnten. (Deshalb die geometrischen Grenzen in Afrika, an denen entlang sich die Menschen verbluten. Deshalb die täglichen Toten auf Shri Lanka. Und so weiter.)
Die nächsten, die gegenwärtiger, hungriger und risikofreundlicher sind als Apple, Facebook, Ebay etc. werden uns alles mögliche anbieten. Unter anderem die Frage: Wer war noch mal dieser bebrillte Typ in Jeans, der immer so weisse Dinger anpries?
PS: Wer hat Sie bisher gegen Ihren Willen kolonisiert?
Sonntag, 22. August 2010
googlen oder gurgeln
Es lässt sich grad nicht breit einbetten, aber es ist Sonntag, das Ding ist so .... sehen Sie selbst
hier in voller Breite:
Falls Sie jemand kennen, der dabei ist, Gesetze statt Gegurgel zu planen: bitte Link senden.
hier in voller Breite:
Falls Sie jemand kennen, der dabei ist, Gesetze statt Gegurgel zu planen: bitte Link senden.
Freitag, 20. August 2010
falsches Werkzeug
Eben bei "Perlentaucher" gefunden:
"Die ganze Welt war wie eine Auster für mich, aber ich benutzte die falsche Gabel." (Oscar Wilde)
Was ein Fazit.
Ich grüble grad, was meine Gabel ist.
Ihre?
"Die ganze Welt war wie eine Auster für mich, aber ich benutzte die falsche Gabel." (Oscar Wilde)
Was ein Fazit.
Ich grüble grad, was meine Gabel ist.
Ihre?
Donnerstag, 19. August 2010
Abschiede, scheinbare
1
Die Truppen der USA verliessen den Irak. 4.400 bleiben weder im Irak, noch kehren sie zurück; sie sind tot. Die Zahl der getöteten Iraker wird vielleicht, irgendwann, bekannt werden.
2
100 Roma verliessen vor einer Stunde Frankreich, mit einem Charterflug. Als Reisegeld bekommen die Erwachsenen 300 Euro, die Kinder 100. Die rumänischen und bulgarischen Roma sind EU-Bürger, dürfen also jederzeit zurückreisen. Das sieht nach einem Deal mit dem Herrn Sarkozy aus: Alle Monate kommen sie wieder. Und er kann abermals beweisen, wie entscheidungsstark er ist; jedenfalls, was die Deportation von Menschen betrifft.
3
In einem deutschen Bundesland verabschiedete sich heute ein Ministerpäsident, klagend, er sei oft missverstanden worden. Beispielsweise, als er das Deportieren als einen Hauch von Staatsgewalt da und dort durchschimmern liess?
Die Beispiele 2 und 3 scheinen harmlos, vergleichsweise. Sind sie aber nicht. Es fehlt nur wenig.
Brecht schrieb sinngemäss in "Mahagony": Werf so einen in eine Pfütze und ihm wachsen Schwimmhäute. Ja. Oder Armbinden. Oder Flaggen. Oder Milliarden. Oder Dick Cheneys. Oder andere mörderische Familienbande.
PS:
Es ist ein leuchtend schöner Abend und das Meer dreht sich gelassen über die Sonne. Morgen ist sie wieder da, hoffentlich. All das andere bestimmt.
Die Truppen der USA verliessen den Irak. 4.400 bleiben weder im Irak, noch kehren sie zurück; sie sind tot. Die Zahl der getöteten Iraker wird vielleicht, irgendwann, bekannt werden.
2
100 Roma verliessen vor einer Stunde Frankreich, mit einem Charterflug. Als Reisegeld bekommen die Erwachsenen 300 Euro, die Kinder 100. Die rumänischen und bulgarischen Roma sind EU-Bürger, dürfen also jederzeit zurückreisen. Das sieht nach einem Deal mit dem Herrn Sarkozy aus: Alle Monate kommen sie wieder. Und er kann abermals beweisen, wie entscheidungsstark er ist; jedenfalls, was die Deportation von Menschen betrifft.
3
In einem deutschen Bundesland verabschiedete sich heute ein Ministerpäsident, klagend, er sei oft missverstanden worden. Beispielsweise, als er das Deportieren als einen Hauch von Staatsgewalt da und dort durchschimmern liess?
Die Beispiele 2 und 3 scheinen harmlos, vergleichsweise. Sind sie aber nicht. Es fehlt nur wenig.
Brecht schrieb sinngemäss in "Mahagony": Werf so einen in eine Pfütze und ihm wachsen Schwimmhäute. Ja. Oder Armbinden. Oder Flaggen. Oder Milliarden. Oder Dick Cheneys. Oder andere mörderische Familienbande.
PS:
Es ist ein leuchtend schöner Abend und das Meer dreht sich gelassen über die Sonne. Morgen ist sie wieder da, hoffentlich. All das andere bestimmt.
Dienstag, 17. August 2010
Merkel oder / und / oder doch nicht Ackermann
Die Gazette - Diskussion zur Frage "Merkel oder Ackermann" auf mediaclinique wurde von professionellen Intellektuellen geführt.
Nicht, dass die Alternative besonders attraktiv wäre. Nicht, dass es eine Rolle spielen würde: M oder A. (Beide betreiben Verarmungsprogramme im Abendland.) Nicht, dass die Diskussion irgendjemandem etwas bedeuten müsste.
Aber sie nutzt Ihnen, wenn Sie sich dort nur eine vermeintliche Nebenbemerkung eines der Disputanten aufmerksam ansehen:
"Ich denke, vieles wird durch das System vorgegeben, zum Beispiel das Ziel Wirtschaftswachstum, ein Ziel, das Frau Merkel zu erreichen gezwungen ist, genau so, wie Herr Ackermann das Wachstum der Profite seines Unternehmens erreichen muss. Sie haben gar nicht die Autonomie des Handelns, sondern durch das System vorgegebene Ziele. Man kann allenfalls noch darüber diskutieren, was die dafür geeigneten Mittel sind."
Meint: Das ist nun mal ein System und da kannst du nix machen. (Niklas Luhmann, irgendwo, lächelt kühl.)
Meint auch: Wachstum muss nun mal sein. Weiss doch jeder. Macht doch jeder. Ist längst heilig gesprochen. Lehrt doch jede Uni, jede Business School.
Ja, genau.
In nur eine Stunde konzentrierter Recherche im Netz lassen sich mindestens 2 Dutzend gegenteilige Ansichten von brillanten Denkern finden.
Ja, die sind nicht in Banken oder Kanzlerämtern.
Nein, nicht das System entscheidet, sondern Sie.
Und das ist dann doch ein Grund zur Hoffnung. Finden Sie nicht?
Nicht, dass die Alternative besonders attraktiv wäre. Nicht, dass es eine Rolle spielen würde: M oder A. (Beide betreiben Verarmungsprogramme im Abendland.) Nicht, dass die Diskussion irgendjemandem etwas bedeuten müsste.
Aber sie nutzt Ihnen, wenn Sie sich dort nur eine vermeintliche Nebenbemerkung eines der Disputanten aufmerksam ansehen:
"Ich denke, vieles wird durch das System vorgegeben, zum Beispiel das Ziel Wirtschaftswachstum, ein Ziel, das Frau Merkel zu erreichen gezwungen ist, genau so, wie Herr Ackermann das Wachstum der Profite seines Unternehmens erreichen muss. Sie haben gar nicht die Autonomie des Handelns, sondern durch das System vorgegebene Ziele. Man kann allenfalls noch darüber diskutieren, was die dafür geeigneten Mittel sind."
Meint: Das ist nun mal ein System und da kannst du nix machen. (Niklas Luhmann, irgendwo, lächelt kühl.)
Meint auch: Wachstum muss nun mal sein. Weiss doch jeder. Macht doch jeder. Ist längst heilig gesprochen. Lehrt doch jede Uni, jede Business School.
Ja, genau.
In nur eine Stunde konzentrierter Recherche im Netz lassen sich mindestens 2 Dutzend gegenteilige Ansichten von brillanten Denkern finden.
Ja, die sind nicht in Banken oder Kanzlerämtern.
Nein, nicht das System entscheidet, sondern Sie.
Und das ist dann doch ein Grund zur Hoffnung. Finden Sie nicht?
Samstag, 14. August 2010
wahr, schön, gut
1
M. ist gross, breit, muskulös, schwer und zementverstaubt. Er hat etwas montiert und ruft mich zur Besichtigung - aber nicht, um sein Werk zu würdigen, sondern den Sonnenuntergang, den Abendstern, die schmale Mondsichel: Ist das nicht schön?
Ja!
Siehst Du das, wie schön das ist?
Oh ja!
Diese Farben? Siehst Du die?
M., ich bin Maler!
Ach! Ja!
Wir sind ergriffen.
2
Hier meint Deutschland Radio Kultur respektive der Autor Adolf Stock:
"Die Neuro-Ästheten
Hirnforscher erkunden das Gute, Schöne und Wahre.
Die alten Griechen haben gemeint, das Wahre, Gute und Schöne gehöre zusammen. Wir haben das gerne geglaubt, bis die Zweifel überhand nahmen. Jeder stolperte über die gefundenen Wahrheiten: Gott ist tot, die Ästhetik des Schreckens, die Banalität des Bösen, so lauteten nur einige Schlagworte, die den schönen Zusammenhang zerrissen, der uns seit Platon faszinierte. Dass nun ausgerechnet Neurologen beginnen, diesen gewaltigen Riss zu kitten, hätte eigentlich keiner vermutet, dem die Kunst am Herzen liegt."
3
Dass Darwin lehrte, die Stärksten würden überleben, war schon immer falsch. Er korrigierte das noch selbst: die Passendsten seien es ("the most fitting ones").
Jetzt machen sich immer mehr Forscher dafür stark, dass es die jeweils Schönsten seien, welche die beste Überlebenschancen hätten.
M. ist gross, breit, muskulös, schwer und zementverstaubt. Er hat etwas montiert und ruft mich zur Besichtigung - aber nicht, um sein Werk zu würdigen, sondern den Sonnenuntergang, den Abendstern, die schmale Mondsichel: Ist das nicht schön?
Ja!
Siehst Du das, wie schön das ist?
Oh ja!
Diese Farben? Siehst Du die?
M., ich bin Maler!
Ach! Ja!
Wir sind ergriffen.
2
Hier meint Deutschland Radio Kultur respektive der Autor Adolf Stock:
"Die Neuro-Ästheten
Hirnforscher erkunden das Gute, Schöne und Wahre.
Die alten Griechen haben gemeint, das Wahre, Gute und Schöne gehöre zusammen. Wir haben das gerne geglaubt, bis die Zweifel überhand nahmen. Jeder stolperte über die gefundenen Wahrheiten: Gott ist tot, die Ästhetik des Schreckens, die Banalität des Bösen, so lauteten nur einige Schlagworte, die den schönen Zusammenhang zerrissen, der uns seit Platon faszinierte. Dass nun ausgerechnet Neurologen beginnen, diesen gewaltigen Riss zu kitten, hätte eigentlich keiner vermutet, dem die Kunst am Herzen liegt."
3
Dass Darwin lehrte, die Stärksten würden überleben, war schon immer falsch. Er korrigierte das noch selbst: die Passendsten seien es ("the most fitting ones").
Jetzt machen sich immer mehr Forscher dafür stark, dass es die jeweils Schönsten seien, welche die beste Überlebenschancen hätten.
Dienstag, 10. August 2010
Massenmörder der Märkte
Walden Bello ist Professor für Soziologie an der Universität der Philippinen und Träger des Alternativen Nobelpreises. Er hat ein Buch geschrieben, das wir neben eine Uhr legen können, die laut die Sekunden tickt: 1, 2, 3. Und dann wieder: 1,2,3.
Jedesmal, wenn Sie auf drei zählen, ist ein Mensch an Hunger gestorben.
Der so genannte Weltkrieg II dauerte 6 Jahre und 60 Millionen Menschen wurden getötet. Herr Bello belegt, wie, warum und durch wen 70 Millionen in zwei Jahren an Hunger starben. In den letzten drei Jahren wuchs die Zahl der nah am Tod Hungernden um 850 Millionen auf fast 1,1 Milliarden.
1
Hier bei "Schattenblick" finden Sie eine ausführliche Rezension des Buchs von Bello über den Hungerkrieg. Lesen Sie es, wenn Sie demnächst einige starke Stunden für dergleichen frei haben. Es geht Sie (und mich) mehr an als Compassion, denn
2
die Verarmungsprogramme in europäischen Ländern, wie Deutschland, Frankreich, Grossbritanien laufen schon. Wenn Sie gelegentlich fernsehen, dann
3
sehen Sie die Täter zum Tee bei Kanzlerinnen, zum Segeln mit Staatspräsidenten, mit den 17 Millionären im aktuellen englischen Kabinett bei der Regatta in Oxford.
Jedesmal, wenn Sie auf drei zählen, ist ein Mensch an Hunger gestorben.
Der so genannte Weltkrieg II dauerte 6 Jahre und 60 Millionen Menschen wurden getötet. Herr Bello belegt, wie, warum und durch wen 70 Millionen in zwei Jahren an Hunger starben. In den letzten drei Jahren wuchs die Zahl der nah am Tod Hungernden um 850 Millionen auf fast 1,1 Milliarden.
1
Hier bei "Schattenblick" finden Sie eine ausführliche Rezension des Buchs von Bello über den Hungerkrieg. Lesen Sie es, wenn Sie demnächst einige starke Stunden für dergleichen frei haben. Es geht Sie (und mich) mehr an als Compassion, denn
2
die Verarmungsprogramme in europäischen Ländern, wie Deutschland, Frankreich, Grossbritanien laufen schon. Wenn Sie gelegentlich fernsehen, dann
3
sehen Sie die Täter zum Tee bei Kanzlerinnen, zum Segeln mit Staatspräsidenten, mit den 17 Millionären im aktuellen englischen Kabinett bei der Regatta in Oxford.
Montag, 9. August 2010
gut stinken und so weiter
Weils die Zeit für doppelte Dosen von Deos wäre (jedenfalls hier) und da wir uns nie zu schön schminken können:
Und falls sie dieses zwei Jahre alte Utopia-Video noch nicht sahen: es ist heute noch wichtiger; vielleicht schenken Sie den Link einem Menschen, der ihn braucht. Ihre Entscheidung.
Und falls sie dieses zwei Jahre alte Utopia-Video noch nicht sahen: es ist heute noch wichtiger; vielleicht schenken Sie den Link einem Menschen, der ihn braucht. Ihre Entscheidung.
Freitag, 6. August 2010
gutes Geld
Sie haben es gehört oder gelesen: da bitten einige Milliardäre zu Nachtessen und anschliessend sind die ersten 100 Milliarden im Spenden-Topf.
Wie solche Leute aussehen? Wie Sie oder ich oder andere: hier.
In vielen Ländern Europas stören die Reichen, machen neidisch, fallen unangenehm auf - soziale Ungleichheit auf zwei Beinen.
So sehen wohl nur wenige Amerikaner die grossen Spender, beispielsweise Bill Gates.
PS: Allerdings wird der die Scharte nicht auswetzen, die er jahrelang mit seiner hingeschluderten Software in die Seelen von Millionen schlug.
PPS: Es sei denn, Sie vergeben ihm jetzt, reich an Erfahrung, wie Sie durch all die Neustarts etc. wurden.
Wie solche Leute aussehen? Wie Sie oder ich oder andere: hier.
In vielen Ländern Europas stören die Reichen, machen neidisch, fallen unangenehm auf - soziale Ungleichheit auf zwei Beinen.
So sehen wohl nur wenige Amerikaner die grossen Spender, beispielsweise Bill Gates.
PS: Allerdings wird der die Scharte nicht auswetzen, die er jahrelang mit seiner hingeschluderten Software in die Seelen von Millionen schlug.
PPS: Es sei denn, Sie vergeben ihm jetzt, reich an Erfahrung, wie Sie durch all die Neustarts etc. wurden.
Montag, 2. August 2010
how to help ourselves
Wenn Sie auf diesem Link hinunter scrollen, dann finden Sie Fotos von Menschen, die tatsächlich die Welt verbessern: howtopedia.org
Möglich, dass im Moment Tsetsefliegen nicht Ihr Problem sind. Aber das von hunderttausenden von Menschen, besonders von denjenigen hunderttausend, die daran jährlich sterben. Und dafür und für viele und immer mehr Probleme des Überlebens in gefährlichen (und armen) Umgebungen gibt es jetzt howtopedia.
Was können Sie tun?
Weitersagen.
In solche Gegenden senden.
Ihr Knowhow prüfen. Vielleicht überlebt jemand mit dem, was Sie wissen.
Möglich, dass im Moment Tsetsefliegen nicht Ihr Problem sind. Aber das von hunderttausenden von Menschen, besonders von denjenigen hunderttausend, die daran jährlich sterben. Und dafür und für viele und immer mehr Probleme des Überlebens in gefährlichen (und armen) Umgebungen gibt es jetzt howtopedia.
Was können Sie tun?
Weitersagen.
In solche Gegenden senden.
Ihr Knowhow prüfen. Vielleicht überlebt jemand mit dem, was Sie wissen.
Mittwoch, 28. Juli 2010
TF 373 resp. 4711
Ein Land ist mit anderen in einem Krieg, irgendwo dahinten. Nun gibt es so etwas wie das Internet und Wikileaks und die veröffentlichen bis dahin geheime Papiere und huch! da steht auch drin, dass eine sehr spezielle Gruppe laufend hinter Feinden her ist, um sie geräuschlos um die Ecke zu bringen.
Huch! sagt so zu sagen auch der zuständige Minister, davon wussten wir nichts. Da müssen wir uns jetzt mal bei unseren Waffenbrüdern erkundigen.
PS: Der Minister ist in seinem Land der beliebteste Politiker. Kein Wunder. Wirklich nicht.
PPS: Hier gibt es mehr Details. Lohnt sich allerdings nicht.
Huch! sagt so zu sagen auch der zuständige Minister, davon wussten wir nichts. Da müssen wir uns jetzt mal bei unseren Waffenbrüdern erkundigen.
PS: Der Minister ist in seinem Land der beliebteste Politiker. Kein Wunder. Wirklich nicht.
PPS: Hier gibt es mehr Details. Lohnt sich allerdings nicht.
Dienstag, 27. Juli 2010
Twitter & Tod
Es wird genug darüber geschrieben, wie tödlich eine Love-Parade sein kann.
Alle Kulturpessimisten, die immer wissen, wie kulturell verkommen die Menschen durch Mikroblogging und all diesen neumodischen Kram werden: hier ist ein Beweis.
PS: Vielleicht kennen Sie einen passenden Adressaten.
Alle Kulturpessimisten, die immer wissen, wie kulturell verkommen die Menschen durch Mikroblogging und all diesen neumodischen Kram werden: hier ist ein Beweis.
PS: Vielleicht kennen Sie einen passenden Adressaten.
Samstag, 24. Juli 2010
verwirrend
Wenn Sie, nur beispielsweise, gerade damit beschäftigt sind, etwas für junge Menschen zu tun oder für alte oder twittern oder dagegen sind oder etwas bei Facebook posten oder dagegen sind oder versuchen, die Konjunktur zu nutzen oder unter der Konjunktur leiden oder die neusten Gesetze für brillant halten oder für selten dümmlich oder hoffen, dass die EU stärker werden oder das befürchten oder Banker sind oder lieber nicht darüber reden oder versuchen, etwas für Ihre Zukunft zu tun oder einfach mal abwarten oder Ihnen die Globalisierung längst zu weit gegangen ist oder bei weitem nicht weit genug oder Sie sich gerade vor China fürchten oder auf chinesische Effekte hoffen oder mehr Demokratie wollen oder demokratiemüde sind oder die Krise wachsen sehen oder gerade jetzt eben schwinden oder die nächste Blase schon erkennen oder glauben, dass die Regierungen die nächste Blase verhindern werden oder mit einem iPad leben oder Ihre Bleistifte spitzen oder eine Frau sind oder doch ein Mann oder hellhäutig sind oder anders oder christlich religiös sind oder jüdisch oder buddhistisch oder muslimisch oder hinduistisch oder agnostisch denken oder lieber heidnisch oder Ihnen das egal ist oder Sie nichts zu essen haben oder eine Kolumne über die Kunst der doppeltgetrüffelten Essenz von Schmetterlingsflügeln geniessen oder sonst wie am Leben sind:
"Jede Sicht der Dinge, die nicht verwirrt, ist falsch." (Paul Valery)
"Jede Sicht der Dinge, die nicht verwirrt, ist falsch." (Paul Valery)
Donnerstag, 22. Juli 2010
raucht, trinkt, werdet dick
22.7.2020:
Die heutige Sitzung der Europäischen Kommission zur Steuerung der Altersplanung erbrachte eindeutige Empfehlungen für ältere Mitbürger, also Menschen ab 59. Insbesondere wird empfohlen, ab sofort den Bezug von Alkoholika aller Art, Tabackwaren und fetthaltigen Lebensmitteln grosszügig zu subventionieren, jährlich die intensivsten Raucher, Trinker und Fettleibigen in einer grossen Show zu prämieren und die Erbschaftssteueren mit jedem Altersjahr über 65 jährlich um einen Prozentpunkt zu erhöhen.
22.7.2010:
Auf der Homepage der New England Centenarian Study wird Ihnen in Kürze ausgerechnet, wie gross Ihre Chancen sind, hundert Jahre oder älter zu werden. Das wird möglich, weil jetzt die Genkombination der Langlebigen gefunden wurde. Diese Kombination haben etwa 15 Prozent geerbt, also in etwa jeder Siebente.
Allerdings sind wir eine Gesellschaft mit sozialen Systemen, die nicht derartig viele kerngesunde, mobile, selbstbewusste Alte vorsieht. Ganz zu schweigen von den Kosten. Sozial verträglicher wäre es also von den Alten, wenn sie wie gewohnt mit Mitte Sechzig in Rente gehen, noch vier, fünf Jahre ausruhen und sich dann verabschieden. Damit das so bleibt oder wieder so wird: siehe oben.
PS: Einige Filme, dutzende Bücher, hunderte Studien bereiten bereits den 22. 7. 2020 vor.
Die heutige Sitzung der Europäischen Kommission zur Steuerung der Altersplanung erbrachte eindeutige Empfehlungen für ältere Mitbürger, also Menschen ab 59. Insbesondere wird empfohlen, ab sofort den Bezug von Alkoholika aller Art, Tabackwaren und fetthaltigen Lebensmitteln grosszügig zu subventionieren, jährlich die intensivsten Raucher, Trinker und Fettleibigen in einer grossen Show zu prämieren und die Erbschaftssteueren mit jedem Altersjahr über 65 jährlich um einen Prozentpunkt zu erhöhen.
22.7.2010:
Auf der Homepage der New England Centenarian Study wird Ihnen in Kürze ausgerechnet, wie gross Ihre Chancen sind, hundert Jahre oder älter zu werden. Das wird möglich, weil jetzt die Genkombination der Langlebigen gefunden wurde. Diese Kombination haben etwa 15 Prozent geerbt, also in etwa jeder Siebente.
Allerdings sind wir eine Gesellschaft mit sozialen Systemen, die nicht derartig viele kerngesunde, mobile, selbstbewusste Alte vorsieht. Ganz zu schweigen von den Kosten. Sozial verträglicher wäre es also von den Alten, wenn sie wie gewohnt mit Mitte Sechzig in Rente gehen, noch vier, fünf Jahre ausruhen und sich dann verabschieden. Damit das so bleibt oder wieder so wird: siehe oben.
PS: Einige Filme, dutzende Bücher, hunderte Studien bereiten bereits den 22. 7. 2020 vor.
Donnerstag, 15. Juli 2010
alt, süchtig, meckernd
Die Wissenschaft, wir wissen es, schafft Wissen. Die KollegInnen der University of California in San Diego, haben die Fernsehgewohnheiten von nahezu 4000 US-Amerikanern ab 15 bis 98 Jahren erfasst. Und ausgewertet, versteht sich. Und interpretiert, natürlich. Wer deutet, sagt was ist:
Je älter die Menschen, desto häufiger sehen sie fern. Sie werden angeblich regelrecht süchtig: 50% ihrer Freizeit verbringen sie mit der laufenden Kiste. Was aus der Kiste kommt, finden sie aber keineswegs hinreissend, sondern meckern umso mehr darüber, je älter sie werden.
Ja, und?
Gibt es immer noch wissenschaftliche Leute, die glauben, irgendein Mensch irgendeines Alters schalte den Fernseher an, weil er mag, was da kommt? Etwa die Werbung?
Wieviel Menschen grüssen wir täglich, suchen wir auf, lassen uns von denen besuchen, skypen oder mailen oder sonstwassen mit ihnen, weil wir sie mögen? Angenehm finden? Schätzen? Lieben?
Das elektronische Feuer in der Ecke wärmt die Stube und wispert davon, dass wir da sind, am Leben, wirklich, ganz sicher, denn wir hören das Wispern ja. Weiter sind wir noch nicht. Und das ist vielleicht gut so.
PS: Und bisweilen, selten, verstehen wir das Wispern plötzlich, weil Dittsche uns die Welt erklärt. Oder quirlige Wesen reloaden den Gurks von gestern und wir platzen fast vor Wut über das, was uns täglich zugemutet wird. Und dann wispert es weiter.
PPS: Was ist Ihr Lieblings-Wispern resp. Weg-Wispern?
Je älter die Menschen, desto häufiger sehen sie fern. Sie werden angeblich regelrecht süchtig: 50% ihrer Freizeit verbringen sie mit der laufenden Kiste. Was aus der Kiste kommt, finden sie aber keineswegs hinreissend, sondern meckern umso mehr darüber, je älter sie werden.
Ja, und?
Gibt es immer noch wissenschaftliche Leute, die glauben, irgendein Mensch irgendeines Alters schalte den Fernseher an, weil er mag, was da kommt? Etwa die Werbung?
Wieviel Menschen grüssen wir täglich, suchen wir auf, lassen uns von denen besuchen, skypen oder mailen oder sonstwassen mit ihnen, weil wir sie mögen? Angenehm finden? Schätzen? Lieben?
Das elektronische Feuer in der Ecke wärmt die Stube und wispert davon, dass wir da sind, am Leben, wirklich, ganz sicher, denn wir hören das Wispern ja. Weiter sind wir noch nicht. Und das ist vielleicht gut so.
PS: Und bisweilen, selten, verstehen wir das Wispern plötzlich, weil Dittsche uns die Welt erklärt. Oder quirlige Wesen reloaden den Gurks von gestern und wir platzen fast vor Wut über das, was uns täglich zugemutet wird. Und dann wispert es weiter.
PPS: Was ist Ihr Lieblings-Wispern resp. Weg-Wispern?
Mittwoch, 14. Juli 2010
Wolken-Angst
Peter Schink in seinem BLOG AGE:
"Eigentlich ist die Diskussion (um die "Cloud")eine der Gegenwartsbewältigung." Und berichtet dann über seinen Alltag. In den Kommentaren wird ihm zugestimmt oder die Angst vor der Wolke beschworen.
Die Technik ist neu, das Problem nicht. Wie schon seit langem in unserem Prozess der Zivilisation geht es um soziale Kontrolle, genauer: um Kontrolle durch Dienstbare. Das Leben mit Personal erforderte früher und heute nach wie vor etwas wie generöse Gleichgültigkeit mit dem Individuellsten, Intimsten. Vor dem Kammerdiener ist jeder nackt.
Und selbst die sensibelsten Daten sind nie sicher. Wer Angst vor Spionen in der Wolke hat, sollte besser nicht testen, wie leicht sich ein halb trainierter Profi in seine heimischen Daten hackt.
Gegenwartsbewältigung ist doch sehr praktisch. Allerdings ist das noch keine Gegenwartsfreude.
"Eigentlich ist die Diskussion (um die "Cloud")eine der Gegenwartsbewältigung." Und berichtet dann über seinen Alltag. In den Kommentaren wird ihm zugestimmt oder die Angst vor der Wolke beschworen.
Die Technik ist neu, das Problem nicht. Wie schon seit langem in unserem Prozess der Zivilisation geht es um soziale Kontrolle, genauer: um Kontrolle durch Dienstbare. Das Leben mit Personal erforderte früher und heute nach wie vor etwas wie generöse Gleichgültigkeit mit dem Individuellsten, Intimsten. Vor dem Kammerdiener ist jeder nackt.
Und selbst die sensibelsten Daten sind nie sicher. Wer Angst vor Spionen in der Wolke hat, sollte besser nicht testen, wie leicht sich ein halb trainierter Profi in seine heimischen Daten hackt.
Gegenwartsbewältigung ist doch sehr praktisch. Allerdings ist das noch keine Gegenwartsfreude.
Montag, 12. Juli 2010
Informationen blockieren
Süddeutsche.de:
Das kalte Herz der Kirche:
Mehr als jede Kirchenkritik der Kirche schaden kann, schadet sie sich selbst, wenn sie sich der Diskussion versperrt: Anlässlich der Verleihung der "Verschlossenen Auster" hielt Heribert Prantl, Ressortleiter Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung eine Laudatio auf die katholische Kirche, den "Informationsblockierer des Jahres".
"Die deutschen Bischöfe geben bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle nur die Tatsachen zu, die sich nicht mehr leugnen lassen. Die katholische Kirche respektiert den Anspruch der Öffentlichkeit auf frühzeitige und vollständige Information nicht und widerspricht damit ihren eigenen Werte-Postulaten nach Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit", sagte Thomas Leif, Vorsitzender von Netzwerk Recherche, zur Jurybegründung.
Prantl: "... Eine Gemeinschaft, die vom Wort lebt wie keine andere, hat die Sprache verloren. Sie ist sprach- und sprechunfähig geworden, nicht nur, aber vor allem, wenn es um ihr Verhältnis zur Sexualität geht ... "
Das kalte Herz der Kirche:
Mehr als jede Kirchenkritik der Kirche schaden kann, schadet sie sich selbst, wenn sie sich der Diskussion versperrt: Anlässlich der Verleihung der "Verschlossenen Auster" hielt Heribert Prantl, Ressortleiter Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung eine Laudatio auf die katholische Kirche, den "Informationsblockierer des Jahres".
"Die deutschen Bischöfe geben bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle nur die Tatsachen zu, die sich nicht mehr leugnen lassen. Die katholische Kirche respektiert den Anspruch der Öffentlichkeit auf frühzeitige und vollständige Information nicht und widerspricht damit ihren eigenen Werte-Postulaten nach Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit", sagte Thomas Leif, Vorsitzender von Netzwerk Recherche, zur Jurybegründung.
Prantl: "... Eine Gemeinschaft, die vom Wort lebt wie keine andere, hat die Sprache verloren. Sie ist sprach- und sprechunfähig geworden, nicht nur, aber vor allem, wenn es um ihr Verhältnis zur Sexualität geht ... "
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