1
M. ist gross, breit, muskulös, schwer und zementverstaubt. Er hat etwas montiert und ruft mich zur Besichtigung - aber nicht, um sein Werk zu würdigen, sondern den Sonnenuntergang, den Abendstern, die schmale Mondsichel: Ist das nicht schön?
Ja!
Siehst Du das, wie schön das ist?
Oh ja!
Diese Farben? Siehst Du die?
M., ich bin Maler!
Ach! Ja!
Wir sind ergriffen.
2
Hier meint Deutschland Radio Kultur respektive der Autor Adolf Stock:
"Die Neuro-Ästheten
Hirnforscher erkunden das Gute, Schöne und Wahre.
Die alten Griechen haben gemeint, das Wahre, Gute und Schöne gehöre zusammen. Wir haben das gerne geglaubt, bis die Zweifel überhand nahmen. Jeder stolperte über die gefundenen Wahrheiten: Gott ist tot, die Ästhetik des Schreckens, die Banalität des Bösen, so lauteten nur einige Schlagworte, die den schönen Zusammenhang zerrissen, der uns seit Platon faszinierte. Dass nun ausgerechnet Neurologen beginnen, diesen gewaltigen Riss zu kitten, hätte eigentlich keiner vermutet, dem die Kunst am Herzen liegt."
3
Dass Darwin lehrte, die Stärksten würden überleben, war schon immer falsch. Er korrigierte das noch selbst: die Passendsten seien es ("the most fitting ones").
Jetzt machen sich immer mehr Forscher dafür stark, dass es die jeweils Schönsten seien, welche die beste Überlebenschancen hätten.
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Samstag, 14. August 2010
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