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Sonntag, 13. Februar 2011

sauer in the rain

Diese zwei Bilder druckt "Die Zeit" in der aktuellen Ausgabe:



auf den Seiten 12 und 13.
Welche Schauspieler würden Sie lieber wählen? Die in Schwarz? Die mit den gelben Regenmänteln?
Die Gegenüberstellung ist raffiniert, hinterlistig und eigentlich doch demokratisch: Wieso wird uns dauernd der falsche Film von unwilligen Laiendarstellern geboten? Jeden Tag diese so machtmies gelebten Gesichter, dies ebedeutungslosen Mimiken, dieses eifrig wuselnde Versammeln vor der nächsten Kamera. Sehen Sie diese drei oberen Gesichter nochmal an. Und dann die unteren.

Zur Belohung und zum Trost hier Bundeskanzler Gene Kelly, Präsidentin Debbie Reynolds und der französische Chef Donald OConnor. Und guten Morgen.

Montag, 4. Oktober 2010

Obrigkeit

Wikipedia: "Als Obrigkeit (lat. superioritas) wurden in hierarchisch organisierten Gemeinwesen seit dem späten Mittelalter bis in die Moderne hinein diejenigen Personen oder Institutionen bezeichnet, die rechtmäßig oder auch nur aufgrund eigener Anmaßung (Usurpation) die Herrschaft ausübten und die rechtliche und faktische Gewalt über die Untertanen besaßen. Die Untertanen schuldeten ihrer Obrigkeit Gehorsam."
In diesen Tagen ist in Deutschland zu erleben, wie altmodisch Menschen sind, die völlig überzeugt sind, dass sie erstens grossartig sind, zweitens auf der Höhe der Zeit regieren und dies drittens sowieso als gute Demokraten.
Was diese Restposten so unerträglich macht, ist genau diese Mischung.
Wenn Sie sich die volle Dröhnung zumuten wollen, dann klicken Sie sich bitte durch die Reportagen zu Stuttgart 21. Dann sehen Sie regionale und zentrale Minister plus einer leibhaftigen Kanzlerin, die angewidert auf Untertanen reagieren, die, unglaublich, sich nicht brav, vorauseilend und völlig der Obrigkeit unterwerfen wollen. Die Statements sind verräterisch, weil so blank abgehoben im Zirkus des dümmlichen Teils der politischen Klasse oder in gelehrigem Neusprach abgesondert.
Aber nicht nur "1984" (sozusagen für schwäbische und märkische Grosse Brüder und Schwestern) , nicht nur Orwell wird bestätigt, sondern auch jede aus aktuellem Anlass laufende Erinnerungs / Nostalgie / Biographie-Analyse (wie "Das Leben der anderen" oder dummdreiste Moderatorfragen a la "Warum haben Sie eigentlich nicht aufbegehrt?")
Ob jemand meint, er oder sie sei Obrigkeit, lässt sich sofort daran erkennen, dass diese Menschen die Unbotmässigkeit von Untertanen reklamieren.

Dienstag, 17. August 2010

Merkel oder / und / oder doch nicht Ackermann

Die Gazette - Diskussion zur Frage "Merkel oder Ackermann" auf mediaclinique wurde von professionellen Intellektuellen geführt.
Nicht, dass die Alternative besonders attraktiv wäre. Nicht, dass es eine Rolle spielen würde: M oder A. (Beide betreiben Verarmungsprogramme im Abendland.) Nicht, dass die Diskussion irgendjemandem etwas bedeuten müsste.
Aber sie nutzt Ihnen, wenn Sie sich dort nur eine vermeintliche Nebenbemerkung eines der Disputanten aufmerksam ansehen:
"Ich denke, vieles wird durch das System vorgegeben, zum Beispiel das Ziel Wirtschaftswachstum, ein Ziel, das Frau Merkel zu erreichen gezwungen ist, genau so, wie Herr Ackermann das Wachstum der Profite seines Unternehmens erreichen muss. Sie haben gar nicht die Autonomie des Handelns, sondern durch das System vorgegebene Ziele. Man kann allenfalls noch darüber diskutieren, was die dafür geeigneten Mittel sind."
Meint: Das ist nun mal ein System und da kannst du nix machen. (Niklas Luhmann, irgendwo, lächelt kühl.)
Meint auch: Wachstum muss nun mal sein. Weiss doch jeder. Macht doch jeder. Ist längst heilig gesprochen. Lehrt doch jede Uni, jede Business School.
Ja, genau.
In nur eine Stunde konzentrierter Recherche im Netz lassen sich mindestens 2 Dutzend gegenteilige Ansichten von brillanten Denkern finden.
Ja, die sind nicht in Banken oder Kanzlerämtern.
Nein, nicht das System entscheidet, sondern Sie.
Und das ist dann doch ein Grund zur Hoffnung. Finden Sie nicht?

Dienstag, 10. August 2010

Massenmörder der Märkte

Walden Bello ist Professor für Soziologie an der Universität der Philippinen und Träger des Alternativen Nobelpreises. Er hat ein Buch geschrieben, das wir neben eine Uhr legen können, die laut die Sekunden tickt: 1, 2, 3. Und dann wieder: 1,2,3.
Jedesmal, wenn Sie auf drei zählen, ist ein Mensch an Hunger gestorben.
Der so genannte Weltkrieg II dauerte 6 Jahre und 60 Millionen Menschen wurden getötet. Herr Bello belegt, wie, warum und durch wen 70 Millionen in zwei Jahren an Hunger starben. In den letzten drei Jahren wuchs die Zahl der nah am Tod Hungernden um 850 Millionen auf fast 1,1 Milliarden.
1
Hier bei "Schattenblick" finden Sie eine ausführliche Rezension des Buchs von Bello über den Hungerkrieg. Lesen Sie es, wenn Sie demnächst einige starke Stunden für dergleichen frei haben. Es geht Sie (und mich) mehr an als Compassion, denn
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die Verarmungsprogramme in europäischen Ländern, wie Deutschland, Frankreich, Grossbritanien laufen schon. Wenn Sie gelegentlich fernsehen, dann
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sehen Sie die Täter zum Tee bei Kanzlerinnen, zum Segeln mit Staatspräsidenten, mit den 17 Millionären im aktuellen englischen Kabinett bei der Regatta in Oxford.