Posts mit dem Label zeitgenössische KUnst werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label zeitgenössische KUnst werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 14. August 2010

wahr, schön, gut

1
M. ist gross, breit, muskulös, schwer und zementverstaubt. Er hat etwas montiert und ruft mich zur Besichtigung - aber nicht, um sein Werk zu würdigen, sondern den Sonnenuntergang, den Abendstern, die schmale Mondsichel: Ist das nicht schön?
Ja!
Siehst Du das, wie schön das ist?
Oh ja!
Diese Farben? Siehst Du die?
M., ich bin Maler!
Ach! Ja!
Wir sind ergriffen.
2
Hier meint Deutschland Radio Kultur respektive der Autor Adolf Stock:
"Die Neuro-Ästheten
Hirnforscher erkunden das Gute, Schöne und Wahre.
Die alten Griechen haben gemeint, das Wahre, Gute und Schöne gehöre zusammen. Wir haben das gerne geglaubt, bis die Zweifel überhand nahmen. Jeder stolperte über die gefundenen Wahrheiten: Gott ist tot, die Ästhetik des Schreckens, die Banalität des Bösen, so lauteten nur einige Schlagworte, die den schönen Zusammenhang zerrissen, der uns seit Platon faszinierte. Dass nun ausgerechnet Neurologen beginnen, diesen gewaltigen Riss zu kitten, hätte eigentlich keiner vermutet, dem die Kunst am Herzen liegt."
3
Dass Darwin lehrte, die Stärksten würden überleben, war schon immer falsch. Er korrigierte das noch selbst: die Passendsten seien es ("the most fitting ones").
Jetzt machen sich immer mehr Forscher dafür stark, dass es die jeweils Schönsten seien, welche die beste Überlebenschancen hätten.

Sonntag, 30. Mai 2010

Sie, der KIM IL SUNG

Im Wiener Museum für Angewandte Kunst (übrigens: angewandt ist reizvoll vieldeutig, jedenfalls als Klassifizierung von Kunst), im MAK also in Wien gibt es rund 100 nordkoreanische Ranschmeissereien an Kim Il Sung zu sehen. Staatskunst also. Ein Fressen für Kunstkritiker.
Ja, scheusslich. Ja, wie bei Hitler und Stalin und allen anderen Massenmördern.
Und dann gehen wir aufatmend in die nächste GROSSE! ZEITGENÖSSISCHE! KUNST! MARKT!-Austellung von Jeff Koons. All die hübschen Plastikdinge, die seine Leute gemacht haben. Und dann schnell zu Damien Hirst und einem zerschnittenen Regenwurm in Aspik. Ach! Schnell noch zu dem zerkrümelten, dreckigen Bett, dass jetzt hohe Kunst ist, weil die schlampige Frau, die darin wochenlang schlief, es in ein Museum stellte. Nun aber endlich zu den korrodierten Blechen, die ein Perückenträger von einem Assistenten bepinkeln liess.
Warum machen solche Leute sowas? Weil sie sich an ihren Diktator ranschmeissen. Dieser Dikatator sind Sie und ich, als kleine Teile der Masse Öffentlichkeit, als Partikel des Zustands Aufmerksamkeit.
PS: Selbstverständlich sind Sie nicht Kim Il Sung. Aber schauen Sie mal da und dort auf den Gurcks, der Ihnen vorgesetzt wird. Und was Ihnen dabei nicht nur zugemutet wird, sondern auch unterstellt.