Walden Bello ist Professor für Soziologie an der Universität der Philippinen und Träger des Alternativen Nobelpreises. Er hat ein Buch geschrieben, das wir neben eine Uhr legen können, die laut die Sekunden tickt: 1, 2, 3. Und dann wieder: 1,2,3.
Jedesmal, wenn Sie auf drei zählen, ist ein Mensch an Hunger gestorben.
Der so genannte Weltkrieg II dauerte 6 Jahre und 60 Millionen Menschen wurden getötet. Herr Bello belegt, wie, warum und durch wen 70 Millionen in zwei Jahren an Hunger starben. In den letzten drei Jahren wuchs die Zahl der nah am Tod Hungernden um 850 Millionen auf fast 1,1 Milliarden.
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Hier bei "Schattenblick" finden Sie eine ausführliche Rezension des Buchs von Bello über den Hungerkrieg. Lesen Sie es, wenn Sie demnächst einige starke Stunden für dergleichen frei haben. Es geht Sie (und mich) mehr an als Compassion, denn
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die Verarmungsprogramme in europäischen Ländern, wie Deutschland, Frankreich, Grossbritanien laufen schon. Wenn Sie gelegentlich fernsehen, dann
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sehen Sie die Täter zum Tee bei Kanzlerinnen, zum Segeln mit Staatspräsidenten, mit den 17 Millionären im aktuellen englischen Kabinett bei der Regatta in Oxford.
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Dienstag, 10. August 2010
Mittwoch, 31. März 2010
Wirklichkeitshunger
Die New York Times veröffentlichte ein Manifest von David Shields:"Reality Hunger".
Das Manifest ist elegant, gerissen, charmant - ein gelunges Rollen goldener Kugeln auf silbernen Schalen. Indirekt spricht er von dem furchterregenden Wandel, den wir grad erleben, von dem Wandel von einem Leben in einer Realität zu einem mit vielen Realitäten. Wir wissen allmählich, dass wir längst nicht mehr ein einziges Meer der Wirklichkeit befahren, sondern auf vielen Meeren unterschiedlicher Wirklichkeiten. Und das zur selben Zeit. Und das, ohne dass diese Meere anders verbunden sind als durch mich. Respektive Sie, natürlich.
Ein kleines Schwindeln hier und da ist also nur zu verständlich. Arno Guen (frei zitiert) befindet, dass der Schizophrene der eigentlich Gesunde sei und es ihm lediglich nicht ausreichend möglich wäre, vorsätzlich und wenn immer nötig sich mit dem Wahn der anderen zu synchronisieren.
Immerhin: Wenn Ihnen ein Hammer auf den Daumen haut, dann haben Sie keinen Hunger und keinen Schwindel, sondern Daumenschmerzen und wir alle anderen auch. Ausserdem haben wir ja weniger schmerzhafte Möglichkeiten, den Hunger nach einer vielleicht sogar noch gemeinsamen Wirklichkeit zu stillen - Küssen zum Beispiel oder ... was sind Ihre Lieblingsmethoden?
Das Manifest ist elegant, gerissen, charmant - ein gelunges Rollen goldener Kugeln auf silbernen Schalen. Indirekt spricht er von dem furchterregenden Wandel, den wir grad erleben, von dem Wandel von einem Leben in einer Realität zu einem mit vielen Realitäten. Wir wissen allmählich, dass wir längst nicht mehr ein einziges Meer der Wirklichkeit befahren, sondern auf vielen Meeren unterschiedlicher Wirklichkeiten. Und das zur selben Zeit. Und das, ohne dass diese Meere anders verbunden sind als durch mich. Respektive Sie, natürlich.
Ein kleines Schwindeln hier und da ist also nur zu verständlich. Arno Guen (frei zitiert) befindet, dass der Schizophrene der eigentlich Gesunde sei und es ihm lediglich nicht ausreichend möglich wäre, vorsätzlich und wenn immer nötig sich mit dem Wahn der anderen zu synchronisieren.
Immerhin: Wenn Ihnen ein Hammer auf den Daumen haut, dann haben Sie keinen Hunger und keinen Schwindel, sondern Daumenschmerzen und wir alle anderen auch. Ausserdem haben wir ja weniger schmerzhafte Möglichkeiten, den Hunger nach einer vielleicht sogar noch gemeinsamen Wirklichkeit zu stillen - Küssen zum Beispiel oder ... was sind Ihre Lieblingsmethoden?
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