Welcher Wandel: Die christlichen Kirchen leeren sich. In Deutschland treten beispielsweise jährlich zwischen 200.000 bis 300.000 Menschen aus den christlichen Kirchen aus.
Verfolgen Sie die Erklärungen der Kirchen auch nur eine Stunde, dann werden Sie 59 Minuten lang Hinweise auf viele Gründe finden - und alle weisen nach aussen. (Die Zeiten, die Krisen, die Politiken, die liederlichen Sitten, die bösartigen Medien ... egal.)
In der ersten Minute der zweiten Stunde können Sie einer krachenden Erleuchtung nicht mehr ausweichen: Die Kirchen sind nicht von heute, sie sind von Gestern. Also wollen sie keine Gläubigen von heute. Sie wollen die von Gestern. Und die sterben immer schneller aus. Die Gläubigen und Ungläubigen von heute? Treten aus.
PS:
Wer sich die Gegenwart nicht zutraut, vertraut nicht - nicht in sich, nicht in das Leben, nicht in die Möglichkeiten links und rechts, nicht in die eigene Kraft.
Vielleicht würde ein Kirchenmann statt "vertrauen" eher "glauben" sagen; umso verheerender.
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Donnerstag, 14. April 2011
Dienstag, 5. Oktober 2010
Genies von Gestern
Es wäre ja peinlich, darüber zu reden, wenn es nicht dauernd vergessen ginge: Gegenwart ist jetzt.
Noch gestern früh war ein Unternehmen so bedeutend, so führend, so gross (und häufig so arrogant und schlampig), dominierte so sehr die Gegenwart von gestern, dass es wunderbar zum Feind No.1 für seine abhängigen Kunden taugte: Microsoft.
Micro wer?
Microsoft, das geniale Ding von Gates (und 90.000 anderen).
Der Geniestreich war sich seiner ganz sicher. Und so, gewaltig, bedeutend, sicher, verschnarchte das Unternehmen den entscheidenden Wandel zu einer anderen Art von Computer - den Smartphones. Die alte Methode (drücke allen dein Betriebssystem auf) funktionierte nicht. Und Neues? Geld kann Geist zwar kaufen, aber selten gewähren lassen.
Jetzt soll das ein gewisser Achim Berg richten. Der veranstaltet schrecklich unerhörte Beerdigungsszenerien, tanzt mit gelben Perücken rum und sagt unzensiert, dass er die Wirklichkeit den Hochgestellten bei Microsoft erst mal beibringen müsse.
Zusammengefasst:
1.
Die Welt gibt kein Pardon für Gestrige.
2.
Abschottung in Top-Etagen ist die sanfte, kostspielige Methode des Suizids. (Gilt auch für die politischen Chefbüros, siehe die Nachrichten von heute Abend.)
3.
Raus in die Gegenwart; notfalls mit Perücke.
PS:
Das Ganze steht diese Woche in "Die Zeit", Seite 42.
Noch gestern früh war ein Unternehmen so bedeutend, so führend, so gross (und häufig so arrogant und schlampig), dominierte so sehr die Gegenwart von gestern, dass es wunderbar zum Feind No.1 für seine abhängigen Kunden taugte: Microsoft.
Micro wer?
Microsoft, das geniale Ding von Gates (und 90.000 anderen).
Der Geniestreich war sich seiner ganz sicher. Und so, gewaltig, bedeutend, sicher, verschnarchte das Unternehmen den entscheidenden Wandel zu einer anderen Art von Computer - den Smartphones. Die alte Methode (drücke allen dein Betriebssystem auf) funktionierte nicht. Und Neues? Geld kann Geist zwar kaufen, aber selten gewähren lassen.
Jetzt soll das ein gewisser Achim Berg richten. Der veranstaltet schrecklich unerhörte Beerdigungsszenerien, tanzt mit gelben Perücken rum und sagt unzensiert, dass er die Wirklichkeit den Hochgestellten bei Microsoft erst mal beibringen müsse.
Zusammengefasst:
1.
Die Welt gibt kein Pardon für Gestrige.
2.
Abschottung in Top-Etagen ist die sanfte, kostspielige Methode des Suizids. (Gilt auch für die politischen Chefbüros, siehe die Nachrichten von heute Abend.)
3.
Raus in die Gegenwart; notfalls mit Perücke.
PS:
Das Ganze steht diese Woche in "Die Zeit", Seite 42.
Samstag, 24. Juli 2010
verwirrend
Wenn Sie, nur beispielsweise, gerade damit beschäftigt sind, etwas für junge Menschen zu tun oder für alte oder twittern oder dagegen sind oder etwas bei Facebook posten oder dagegen sind oder versuchen, die Konjunktur zu nutzen oder unter der Konjunktur leiden oder die neusten Gesetze für brillant halten oder für selten dümmlich oder hoffen, dass die EU stärker werden oder das befürchten oder Banker sind oder lieber nicht darüber reden oder versuchen, etwas für Ihre Zukunft zu tun oder einfach mal abwarten oder Ihnen die Globalisierung längst zu weit gegangen ist oder bei weitem nicht weit genug oder Sie sich gerade vor China fürchten oder auf chinesische Effekte hoffen oder mehr Demokratie wollen oder demokratiemüde sind oder die Krise wachsen sehen oder gerade jetzt eben schwinden oder die nächste Blase schon erkennen oder glauben, dass die Regierungen die nächste Blase verhindern werden oder mit einem iPad leben oder Ihre Bleistifte spitzen oder eine Frau sind oder doch ein Mann oder hellhäutig sind oder anders oder christlich religiös sind oder jüdisch oder buddhistisch oder muslimisch oder hinduistisch oder agnostisch denken oder lieber heidnisch oder Ihnen das egal ist oder Sie nichts zu essen haben oder eine Kolumne über die Kunst der doppeltgetrüffelten Essenz von Schmetterlingsflügeln geniessen oder sonst wie am Leben sind:
"Jede Sicht der Dinge, die nicht verwirrt, ist falsch." (Paul Valery)
"Jede Sicht der Dinge, die nicht verwirrt, ist falsch." (Paul Valery)
Mittwoch, 14. Juli 2010
Wolken-Angst
Peter Schink in seinem BLOG AGE:
"Eigentlich ist die Diskussion (um die "Cloud")eine der Gegenwartsbewältigung." Und berichtet dann über seinen Alltag. In den Kommentaren wird ihm zugestimmt oder die Angst vor der Wolke beschworen.
Die Technik ist neu, das Problem nicht. Wie schon seit langem in unserem Prozess der Zivilisation geht es um soziale Kontrolle, genauer: um Kontrolle durch Dienstbare. Das Leben mit Personal erforderte früher und heute nach wie vor etwas wie generöse Gleichgültigkeit mit dem Individuellsten, Intimsten. Vor dem Kammerdiener ist jeder nackt.
Und selbst die sensibelsten Daten sind nie sicher. Wer Angst vor Spionen in der Wolke hat, sollte besser nicht testen, wie leicht sich ein halb trainierter Profi in seine heimischen Daten hackt.
Gegenwartsbewältigung ist doch sehr praktisch. Allerdings ist das noch keine Gegenwartsfreude.
"Eigentlich ist die Diskussion (um die "Cloud")eine der Gegenwartsbewältigung." Und berichtet dann über seinen Alltag. In den Kommentaren wird ihm zugestimmt oder die Angst vor der Wolke beschworen.
Die Technik ist neu, das Problem nicht. Wie schon seit langem in unserem Prozess der Zivilisation geht es um soziale Kontrolle, genauer: um Kontrolle durch Dienstbare. Das Leben mit Personal erforderte früher und heute nach wie vor etwas wie generöse Gleichgültigkeit mit dem Individuellsten, Intimsten. Vor dem Kammerdiener ist jeder nackt.
Und selbst die sensibelsten Daten sind nie sicher. Wer Angst vor Spionen in der Wolke hat, sollte besser nicht testen, wie leicht sich ein halb trainierter Profi in seine heimischen Daten hackt.
Gegenwartsbewältigung ist doch sehr praktisch. Allerdings ist das noch keine Gegenwartsfreude.
Sonntag, 13. Juni 2010
Leidenschaft
John Hagel spricht zu"The Power of Pull", seinem neuen Buch. Es lohnt sich, zuzuhören - nur nicht - oder gerade dann - wenn Sie an die kaum noch aktuelle Bertriebswirtschaft- und Management-Lehre glauben. Hagel feuert in drei Halbsätzen mehr Gegenwart ab, als die individuellen Gegenwarten im allgemeinen ertragen mögen.
Freitag, 14. Mai 2010
Freitag, Zeit-Werkzeug
Dali, schnurrbartzitternd, meinte: Am liebsten erinner ich mich an die Zukunft. Bertrand Russel (und eine Kompanie anderer Philosophischer) zogen lustvoll komplexe Kreise um dergleichen Provokationen. Russel schrieb jung eine Biographie. in der er sehr alt wurde.
Erstaunt uns, dass sein rückerinnerter Entwurf im Wesntlichen sein späteres Leben beschrieb? Ja, erstaunt uns, abgebrüht wie wir sind, denn wir hoffen darauf, dass wir diese Sache mit der Zeit eines Tages besser verstehen. Und dann glücklicher damit umgehen können.
Hier ist das Werkzeug: Beschreiben Sie das Entscheidende, Bewegende, Verändernde, Hoffnungsvolle Ihrer nächsten 3 Jahre - rückblickend vom 11.November 2013.
Was ein Freitag.
Erstaunt uns, dass sein rückerinnerter Entwurf im Wesntlichen sein späteres Leben beschrieb? Ja, erstaunt uns, abgebrüht wie wir sind, denn wir hoffen darauf, dass wir diese Sache mit der Zeit eines Tages besser verstehen. Und dann glücklicher damit umgehen können.
Hier ist das Werkzeug: Beschreiben Sie das Entscheidende, Bewegende, Verändernde, Hoffnungsvolle Ihrer nächsten 3 Jahre - rückblickend vom 11.November 2013.
Was ein Freitag.
Donnerstag, 25. Februar 2010
Vergangenheitsschubser
Kennen Sie das auch?
Eben waren Sie noch gut gelaunt oder schlecht drauf, auf jeden Fall im Hier und Jetzt. Dann kommt ein Mensch, eine Mail, eine Zeitung, ein Irgendwas mit nichts im Sinn ausse, Sie in die Vergangenheit zu schicken.
Am Skype:
Sachma, in welchem Jahr biste geborn?
Ich sags. Warum sollte ich auch nicht?
Deshalb:
Ich schick Dirn Link.
Klick:
Wussten Sie schon, dass in Irrem Geburtsjahr "Top Hat" der bestbesuchte Film war?
Wusst ich nicht.
Wussten Sie schon, dass in Ihrem Geburtsjahr die Anonymen Alkoholiker gegründet wurden?
Wusst ich auch nicht, klick die Site aber weg.
Wenn Ihnen jemand eine schmiert, dann können Sie zurückschlagen. Und das nicht zu knapp. Und mehrmals, notfalls.
Wenn Sie jemand in die Vergangenheit schubst, dann sind Sie erst mal da, ungewollt. Und müssen Ihren Rückweg in die Gegenwart finden.
Vergangenheitsschubser haben mit dem Leben soviel zu tun Zombies mit dem Küssen.
Eben waren Sie noch gut gelaunt oder schlecht drauf, auf jeden Fall im Hier und Jetzt. Dann kommt ein Mensch, eine Mail, eine Zeitung, ein Irgendwas mit nichts im Sinn ausse, Sie in die Vergangenheit zu schicken.
Am Skype:
Sachma, in welchem Jahr biste geborn?
Ich sags. Warum sollte ich auch nicht?
Deshalb:
Ich schick Dirn Link.
Klick:
Wussten Sie schon, dass in Irrem Geburtsjahr "Top Hat" der bestbesuchte Film war?
Wusst ich nicht.
Wussten Sie schon, dass in Ihrem Geburtsjahr die Anonymen Alkoholiker gegründet wurden?
Wusst ich auch nicht, klick die Site aber weg.
Wenn Ihnen jemand eine schmiert, dann können Sie zurückschlagen. Und das nicht zu knapp. Und mehrmals, notfalls.
Wenn Sie jemand in die Vergangenheit schubst, dann sind Sie erst mal da, ungewollt. Und müssen Ihren Rückweg in die Gegenwart finden.
Vergangenheitsschubser haben mit dem Leben soviel zu tun Zombies mit dem Küssen.
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